Adorno-Gymnasium, Frankfurt am Main

GEBORGEN


GROSS WERDEN

Adorno-Gymnasium, Frankfurt am Main

Idee und Konzept
Ziel ist es, ein Gebäude zu schaffen, welches trotz seiner urbanen Lage, seiner Größe und programmatischen Diversität, für alle Nutzergruppen ein geborgener Ort wird, der gleichzeitig anregend und herausfordernd ist. Ein Ort, der für die Nachbarschaft offen und einladend ist und gleichzeitig dem einzelnen Schüler, egal welchem Alters, das Gefühl von Heimat und die Möglichkeit von Identifikation mit der eigenen Schule bietet. Es ist ein Gebäudekomplex entstanden, der durch seine Form, Ausrichtung und Organisation viele verschiedene Erlebniswelten bietet, innen wie außen. Auf allen Etagen steht der direkte Kontakt zur Außenwelt im Mittelpunkt.

Städtebau

Als Teil der neuen Campusmeile an der Miquelallee im Stadtteil Westend-Nord/Frankfurt liegt der Neubau des Adorno-Gymnasiums mit Sportkomplex und Grundschule. Entlang der Baulinien entsteht eine hohe Blockrandbebauung, die dem begrenzenden Straßenraum ein deutliches, urbanes Profil verleiht. Die lange Fassade wird durch vertikale Einschnitte unterbrochen, die die verschiedenen Funktionen des Gebäudes ablesbar machen. Ein durchlaufender zweigeschossiger Sockel verbindet alle Gebäudeteile des Ensembles. Der Block, der an drei Seiten des Grundstücks den Straßenraum flankiert, wird im Süden aufgebrochen. Hier öffnet sich das Bauvolumen und stuft sich in Richtung der viel niedrigeren und kleinkörnigeren Wohnbebauung im Süden des Grundstücks ab. Die entstehende Terrassenform mit tiefen Lichthöfen und die begrünten Balkone, die die Dachflächen einfassen, stehen im Kontrast zur urbanen Fassade entlang der Baulinien.

Organisation
Das Gebäude gliedert sich in drei verschiedene Bereiche, die Grundschule kombiniert mit der 1-Feldsporthalle und den Dienstwohnungen ganz im Osten des Blocks. Das Gymnasium schließt sich an und bildet das größte Volumen in der Mitte des Grundstücks. Ganz im Westen des Grundstücks liegt der Sportkomplex als Übergang zur künftigen Hochschulbebauung. Jeder Bereich hat seinen eigenen Eingangsbereich und ist getrennt voneinander zu erschließen und zu nutzen. In den unteren Geschossen sind Räume zur Begegnung, Sport und Kreativität des Gymnasiums und des Sportkomplexes miteinander verbunden. Aula, Sporthalle und Mensa können zusammen für Veranstaltungen genutzt und vermietet werden. Die Grundschule ist nur über das gemeinsame Sportdach auf der zweiten Etage mit den anderen Gebäudeteilen verbunden und bietet so mit ihren eigenen abgegrenzten Außenflächen Geborgenheit und Sicherheit.

Die Fassaden an den Baulinien formen das Rückgrat der neuen Schule und schützen die Innenbereiche vor Lärm und C02 Emissionen. Das Programm ist so organisiert, dass zur Straße hin vorwiegend Erschließungsflächen sowie Umkleiden- und Sanitärbereiche angeordnet sind. Die oberen Etagen erstrecken sich wie Finger eines Kamms in Richtung Süden. Diese Struktur ermöglicht es uns, alle Unterrichtsbereiche nach Osten und Westen zu orientieren und über Lichthöfe viel Tageslicht und frische Luft tief in das Gebäude zu holen.

Auf den oberen Etagen gibt es Raum für konzentriertes Arbeiten, zusammengefasst in Jahrgangsstufen, so dass jeder Schüler seine Heimat hat. Durch die Reduzierung des Programms auf den höher gelegenen Ebenen, entstehen Dachterrassen, welche Teil der Unterrichts- sowie der Pausengestaltung werden. Über die Terrassen und Außentreppen sind die Gebäudeteile der Schulen miteinander verbunden und für alle Kinder zugänglich. Die Außentreppen dienen auch als Fluchtwege. Der gesamte Gebäudekomplex sowie das Spieldach und alle Dachterrassen sind integral zugänglich.

Freianlagen: Geschichtete Pausenlandschaft
Der neue Schulkomplex mit Gymnasium, Grundschule und Sportnutzungen verteilt die Außenanlagen über mehrere Zwischenebenen bis auf die begehbaren Dachflächen. Die übereinandergeschichteten Pausenflächen ermöglichen klare Separierungen von Nutzungen, so dass sich aktive Ebenen mit ruhigeren abwechseln.

Auf Erdgeschossebene an der Miquel-Allee schaffen zwei einladende Vorplätze Zugangsbereiche: im Nordwesten für den Sportkomplex, im Nordosten für Grundschule und Gymnasium. Die urban gestalteten Platzräume aus anthrazitfarbenem Plattenbelag harmonieren mit den Pausenflächen aus Asphalt und EPDM-Fallschutzbelägen und schaffen eine ruhige Basis. Pflanzinseln mit Präriestaudenmischungen und Sitzkanten aus Holz verankern die Eingangsplätze im Stadtraum. Der rückwärtige Bereich des Gymnasiums öffnet sich zur Stralsunder Straße. Baumgruppen und Sitzelemente schaffen eine durchlässige Kante. Zwei Innenhöfe mit Bodengrafik und einer unkonventionellen Sitzlandschaft aus Beton ziehen sich bis zwischen die Gebäudekubaturen. Der Pausenhof der Grundschule ist über einen Heckenkörper abgetrennt und integriert trotz vielfältiger Spielthemen wie Hüpfparcour und Tetherball einen kleinen Verkehrsübungsparcour.

Die Ebene +2 verfügt über eine durchgehende Außenterrasse mit Bewegungsparcour. Die 3-spurige Laufbahn mit Sprunggrube ist in die farbige EPDM-Fläche integriert. Weitere Lauf- und Bewegungsangebote sowie Sitzgruppen ergänzen das Angebot. Über verschiedene, Stockwerke verteilt, erweitern Terrassen die Klassenräume. Auf Ebene +4 schafft eine große Holzterrasse Raum für Schulgarten, Insektenhotel und grünes Klassenzimmer. Die Dachflächen schaffen Raum für die großformatigen Außenspielfelder für Fußball, Basketball und Speedminton, sowie frei verteilte Basketballkörbe und Fußballtore als Ergänzung für freie Übungseinheiten. Große Holztribünen entlang der Spielfelder schaffen ein Sitzlandschaft, die nicht nur für Wettkämpfe als Aufenthaltsbereiche genutzt werden können.

 

    Artist impression noord west gevel
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